(Autor: Gundolf Zimmermann, verfasst für "Deutsche Mugge")
...Für mich ist der Kunsthof eine kulturelle Wohlfühloase und es ist mittlerweile so, dass ich mich bei guten Freunden zu Besuch wähne, wenn ich hier einkehre. Sigrid und Uwe stellen jeden Monat mit Enthusiasmus und viel Herz eine Menge toller Veranstaltungen auf die Beine. Längst hat sich der Ruf des Kunsthofes Gohlis als beste Adresse für Livemusik im gemütlichen, familiären Rahmen in Sachsen und darüber hinaus herumgeschwiegen.
Am Sonnabend war nun der Liedermacher Akim Jensch aus Osnabrück zu Gast. Akim ist mir im Laufe der Zeit als lieber Freund und auch als Musiker ja sehr ans Herz gewachsen. Gelegentlich habe ich hier auch schon über Konzerte von ihm berichtet...
Gegen 20 45 Uhr setzte der Liedermacher seinen Hut auf und marschierte anschließend zur Bühne. Ich war überrascht, denn Akim setzte sich für die ersten Darbietungen auf einen Hocker und er hatte eine neue Gitarre von der Firma Seagull in den Händen. Bisher spielte er doch immer nur mit seiner heißgeliebten Klampfe aus dem Hause Takamine. Das neue Gerät kam aber nur am Anfang zum Einsatz und auch der Hocker hatte nach wenigen Minuten ausgedient. Wie sich das gehört stellte sich Akim Jensch erstmal den anwesenden Konzertbesuchern vor und er tat das natürlich musikalisch mit dem Lied „Guten Abend, liebe Leute“. Er nahm uns etwas später gedanklich mit zu einem Ausflug ins „Allerwelts – Café“. Akims Lieder zeichnen sich durch sehr schöne Texte von gedanklicher Tiefe aus. Er beobachtet seine Umwelt genau und horcht auch tief in sein Innerstes hinein. Die Lieder, die daraus entstehen, behandeln die kleinen Dinge des persönlichen Lebens, wie das gemeinsame „Frühstück“ mit seiner lieben Tina oder die Suche nach dem eigenen Ich wie in dem Lied „Wirrwarr des Lebens“. Es lohnt sich wirklich mit Akims Liedern auf Gedankenreise zu gehen. Es dauerte auch im Kunsthof nur ein paar Augenblicke und ich war wieder regelrecht gefesselt von diesem singenden Hutträger. Er hat halt so eine besondere Ausstrahlung, der man sich einfach nicht entziehen kann.
Wer wissen möchte, wie der Mensch mit dem bürgerlichen Namen Jens Schröder tickt, sollte sich mal „Gleicher unter Gleichen“ anhören. Nach längerer Zeit hatte er dieses Lied endlich wieder ins Liveprogramm genommen. Dieser Song geht mir immer sehr zu Herzen, denn ich verbinde damit auch viele schöne Erinnerungen an die seinerzeit in Hoywoy (Hoyerswerder) gegründete Musketier-Fraktion und die vielen gemeinsamen Stunden im SURF.Inn bei Grit und Dirk mit KLARtext, Trixi G und Akim Jensch & Tina’s Voice. „Gleicher unter Gleichen“ ist unser aller Hymne und mehr als ein bloßes Lippenbekenntnis. Deshalb war es ein wunderbares Gefühl, dieses Lied an diesem Abend mit eben solchen Freunden gemeinsam leise mitzusingen. Wenige Minuten später spielte Akim seine persönliche Hommage an Trixi G. „Euer Lebenstrip“.
Nach einer kurzen Pause ging es mit „Die nutzlosen Tage“ und „Ich lass die Welt einfach sein“ weiter. Akims Musik ist sehr vom amerikanischen Folk beeinflusst, es finden sich aber auch andere Richtungen wie Jazz oder herkömmliche Liedermacherei in den Liedern wieder.
Seit letztem Jahr arbeitet Jensch auch mit einem amerikanischen Texter zusammen. Aus dieser Zusammenarbeit sind einige neue englischsprachige Songs entstanden. Mit „The pages of history“ stellte er uns eines dieser neuen Lieder vor. Mir fehlten ja noch einige meiner Lieblingslieder, doch darauf brauchte ich nicht mehr lange zu warten. „Raus aus dem Staub“, und „Sklaven des Geldes“ folgten nämlich gleich. Eine Livepremiere gab es dazu auch noch, denn erstmals spielte er „Lieder der Vergangenheit“ in einem Konzert. Das locker-optimistische „Ich fahre mit dem Wind“ leitete er mit ein paar Sätzen über seinen neuen Wohnanhänger ein. Das Geschichten erzählen ist auch eine der Stärken von Akim, die ich überaus schätze. Den Titelsong seines letzten Soloalbums „Meine Reise“ enthielt er uns natürlich auch nicht vor. Diese Scheibe war und ist für mich sowieso die beste Liedermacher - CD seit Jahren. Das Konzert neigte sich viel zu schnell dem Ende zu und auf mehrfachen Wunsch spielte er im Zugabenteil endlich „Mein Herz für den Osten“. Dieser Abend war wirklich rundum gelungen und wir ließen ihn bei netten Gesprächen ganz langsam ausklingen.
(Näheres zur Internetplattform "Deutsche Mugge" unter www.deutsche-mugge.de)